Artistry in Rhythm

RIAS BIG BAND in Concert

02. April 2005, 20.00 Uhr, Großer Sendesaal des RBB

Stan Kenton

Mit diesem Konzert möchte die RIAS BIG BAND einen der "Größten" des Bigband-Jazz, den am 15. Dezember 1911 in Wichita, Kansas (USA) geborenen Pianisten, Komponisten und Bandleader Stanley Newcomb Kenton, kurz Stan Kenton genannt, ehren. Kenton war einer der kreativsten, experimentierfreudigsten und progressivsten Bigbandleader der Jazzgeschichte. Seine musikalischen Ideen waren ausgesprochen revolutionär und sind bis in die heutige Zeit von unvergleichlicher Frische, Dynamik und Raffinesse. Ein Kritiker bezeichnete seine Musik einmal als Mischung zwischen Swing und Arnold Schönberg. Allen Jazzfans unvergessen ist das Konzert der Kenton-Band im Berliner Sportpalast im Jahre 1951, das Besucher aus allen Regionen Nachkriegs-Deutschlands zu Beifallsstürmen hinriss. Noch nie zuvor hatte man die von den Nazis unterdrückte Jazz-Musik in dieser Qualität und Intensität life erleben können. Dem beeindruckenden Sound von 5 Trompeten, 5 Posaunen, 5 Saxofonen und Rhythmus konnte und kann sich bis heute niemand entziehen. Die Musiker seiner Band waren zu dieser Zeit schlichtweg das Maß aller Dinge und prädestiniert, die z.T. extremen instrumentellen und musikalischen Anforderungen die Stan Kenton stellte, zu erfüllen. Hier seien nur einige der Protagonisten genannt, die Trompeter Maynard Ferguson und Conte Condoli, die Posaunisten Bill Russo, Bobby Burgess und Frank Rosolino, die Saxofonisten Lee Konitz (as) und Bill Holman (ts).

Wer kennt sie nicht die Titel: Peanut Vendor, Artistry in Rhythm, Eager Beaver, Intermission Riff, Prologue, Concerto to End all Concertos und viele andere.

1969 leitete Stan Kenton bei den Berliner Jazztagen die "Berlin Dream Band", bestehend aus Musikern des RIAS-Tanzorchesters und der SFB-Bigband. Nach einem erfüllten Musikerleben in dem er Höhen und Tiefen durchlebt aber auch mehr als 2500 Arrangements und Kompositionen geschrieben hatte, verstarb Stan Kenton im Alter von 68 Jahren am 25. August 1979. Aber sein Werk lebt weiter, auch als Herausforderung für jede Bigband.

Ed Partyka

 

Ein Amerikaner aus Wien, so könnte man sagen. Jahrgang 1967 in Chicago geboren, studierte Ed zunächst an der Northern Illinois University mit dem Abschluss als "Bachelor of Arts". 1990-93 studierte er in Köln bei Prof. Jiggs Whigham Jazzposaune und nach erfolgreichem Abschluss bei Bob Brookmeyer Komposition, in dessen New Art Orchestra er später mitwirkte. Im Zuge seiner weiteren Entwicklung arbeitete Ed als Musiker, Arrangeur und Dirigent für die WDR / NDR / HR / SDR und auch die RIAS BIG BAND, gewann 1998 den NDR-Musikpreis und viele andere. Inzwischen hat Ed sein Betätigungsfeld bis nach Wien ausgedehnt, wo er auch seinen Wohnsitz hat. Mit dem "Concert Jazz Orchestra Vienna" absolviert er hervorragend rezensierte Jazz-Konzerte. Als Vertreter des "schweren" Blechs (Bass-Posaune & Tuba) hat er eine natürliche Vorliebe für kraftvoll angelegte Kompositionen und Arrangements; damit ist ihm die Leitung eines Stan Kenton Konzertes geradezu auf den Leib geschneidert. Wir freuen uns auf Ed und auch auf seinen "spitzbübischen" Humor.

Karlheinz Drechsel

Wir freuen uns, dass Karlheinz Drechsel, -Spitzname "Mr. Jazz"- auch zu diesem Konzert die Moderation übernommen hat. Wir können dabei mit Sicherheit eine weitere fundierte und dabei unterhaltsame Moderation des vitalen 74jährigen erwarten.

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